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wie
es damals mit der kartoffel war
in einer dunklen epoche unseres landes waren die menschen so blind oder zumindest
annähernd blind, daß sie die hilfe eines führers benötigten,
nach dem sie jahrelang
geschrieen hatten, so wie auch dieser gerne in veranstaltungen herumschrie.
da war er bereits aus einem nachbarland importiert worden, dessen hauptstadt
für
seine friedhöfe und totengesänge berühmt ist. den geburtsnamen
des führervaters
kann man mit mörder übersetzen, denn in ihm kamen die begriffe schicken
und
grube vor.
da nannte sich der führervater lieber um und seinen sohn adolf ......,
immerhin war
nun aus mörder schläger geworden (to hit - englisch). adolf wollte
hoch hinaus,
was ihm zum glück gründlich mißlang. dabei hatte ihn auch wieder
sein erbname
eingeholt: tote in zweistelliger millionenhöhe waren das ergebnis.
davor aber, und das ist vielen immer noch unvergesslich, hat er die autobahnen
gebaut.
er hat überhaupt viel gebaut und noch mehr sollte es zu bauen geben nach
dem endsieg.
auf den vertraute man - wir gehen nun ins jahr 1941 zurück - bereits, immer
noch oder
wenigstens äußerlich gezwungenermaßen, denn zweifel am endsieg
konnte den kopf
kosten.
alle volksgenossen waren brüder, aber es gab auch menschen, denen man das
mensch-
sein absprach, damit waren nicht nur juden gemeint. der einfachheit halber nannte
man sie darum pauschal untermenschen.
dem volksgenossen sollte es trotz krieg in der heimat gutgehen. darum baute
man für
ihn im auftrag des führers so genannte volkswohnungen. den volkswagen kennt
man ja
auch seitdem. die bauleute waren baugenossen, und die bauen noch heute, wenn
man
sie nur läßt.
weil sie um die vorliebe der volksgenossen wußten, nämlich die kartoffelspeise
in jeder
möglichen form zu sich zu nehmen, und weil sie in ihrer blindheit annahmen,
daß kartof-
feln bei möglichst feuchter, besser noch nasser lagerung am besten haltbar
sind, suchten
sich die baugenossen ein ehemals sumpfiges - obendrein gelegentlich von einem
nahe
gelegenen fluß mit überflutungen gesegnetes - gelände und bauten
dort wunderschöne
volkswohnungen wunschgemäß mit nassen kellern.
die lebensmittelforschung weiß mittlerweile, daß dieser ansatz falsch
war: kartoffeln la-
gert man kühl, dunkel aber vor allem: trocken.
das hat uns also der führer eingebrockt, zum glück kein deutscher,
nur ein österreicher... .
was aber macht man nach über 60 jahren mit einem nassen keller? man könnte
da schon
was machen. aber lohnt sich das? bei einer durchschnittshaltbarkeit von immobilien
um
die 80 jahre? natürlich lohnt sich das nicht. dafür hat man den denkmalschutz.
mit
einem genialen verwaltungsakt wurden die volkswohnungen als denkmalgeschützt
ausgewiesen und bleiben nun als dauerndes mahnmal der nachwelt erhalten. das
erfor-
dert nur minimale instandhaltungskosten. alle sind froh.
und
auch die mieter haben sich auf ihre weise damit arrangiert: sie züchten
pilze. erste
versuchsreihen waren erfolgversprechend. wir sehen uns in kürze auf dem
wochenmarkt.
fragen Sie nach burkhardt, der kann Ihnen das alles ganz genau erklären,
er hat sich be-
reits als höhlenforscher einen namen gemacht.