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gehe sofort zu einem t-. und ziehe
erfolgreich 5,- euro ein

dies ist ein weiterer beitrag zur dienstleistungswüste deutschland.

das fand ich am 11.08.2005 im bonner general-anzeiger. sonst nirgendwo.
verzeihen Sie, daß ich sogleich an herrn barschel dachte, über den man, da
tot, nur gutes sagen muß.
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nehmen Sie uns beim wort. das setzte ich sogleich in die tat um. ohnehin musste
ich zu meinem geliebten t-punkt. mein mobiltelephon - handy als wort mag ich
nicht und kein engländer benutzt den ausdruck - konnte keine anrufe weiter-
leiten, obwohl alles richtig eingestellt, guthaben vorhanden war und auch eine
weiterleitungsbestätigung auf dem display erschien.

beim betreten des t-punkts wußte ich: jede minute zählt. warten lohnt sich.
sorgfältig nahm ich die zeit. ohne mich dafür anstrengen zu müssen, wurde ich
nach ca. 8 minuten belohnt. der jungen dame, die mich bediente, sagte ich
sofort: "die fünf minuten sind vorbei". sie wußte, was zu tun ist, denn sie hatte
mir ja bereits vor diesem ereignis schon 5,- euro ausgezahlt.

da wagte ich sogar die unverschämte frage, warum man dem kunden keinen
sitzplatz, einen stuhl oder ein sofa und eine tasse kaffee anbiete, was ja selbst
der friseur hinbekommt. die ernüchternde antwort: "wir stehen ja auch." ich
gestattete mir, das so zu beantworten:"daß Sie stehen, geht mich nichts an,
Sie arbeiten ja hier. ich bin aber der könig kunde und für den sollte man alles
tun, damit er sich wohlfühlt."
leider war die bedienung nicht im umgang mit
aufdringlichen kunden geschult, denn ich erhielt keine antwort mehr, dafür
aber immerhin meinen gutschein, der mir mit den worten: "herzlichen glück-
wunsch"
überreicht wurde. ja, hatte ich denn etwas gewonnen? nein, ich
hatte doch nur eine ankündigung, ein versprechen der telekom ernst genom-
men und mir den kleinen geldbetrag wahrlich durch warten im stehen ehrlich
erarbeitet.

die junge dame machte sich vergeblich an die arbeit, ging nachfragen und
musste dann sogar woanders anrufen. ergebnis? meine x-tra-karte wies
zwar ein guthaben auf, aber ich befand mich in der "phone-time". das bedeu-
tete, daß ich nur angerufen werden könne. ja, genau das wollte ich ja. die
anrufe sollten doch zu einer anderen nummer umgeleitet werden. offenbar
war die auskunft falsch.

nein, war sie nicht. ich müsse erst mein mobiltelephon "aufladen", sprich
eine rubbelkarte kaufen und einen code eingeben. dabei erhöhe sich auch
das guthaben und, das war das wichtigste, meine anrufe könnten weiter-
geleitet werden. verwirrende auskünfte und geschäftspraxis.

ich fragte sodann, was denn die billigste aufladekarte kosten würde. ich er-
fuhr, daß ich dafür 15,- euro hinlegen müsse. "oh", sagte ich, "da können
Sie ja direkt die fünf euro mit verrechnen"
.

so geschah es. ich machte die anderen besucher, denn der laden war, wie im-
mer, voll, darauf aufmerksam, daß es diese telekomkampagne gebe. zu den
verkäufern gewandt sagte ich aber auch: "eigentlich müssten Sie von sich
aus dem kunden nach fünf minuten den gutschein anbieten"
. ich erntete
sauertöpfische minen.

mittlerweile habe ich bereits drei gutscheine zu je 5,- euro entgegen nehmen
dürfen, weil ich bei jedem besuch nie unter 5 minuten wartezeit bedient wurde.

ach ja: man kann die 5,- euro sofort umsetzen. die billigste telefonkarte kostet
genau so viel. da soll niemand sagen, daß sich ein besuch im t. nicht lohnt.

wissen Sie, was wirklich lustig, eigentlich aber traurig ist? versuchen Sie mal ei-
nen t. telephonisch zu erreichen. können Sie vergessen. die stehen noch nicht
einmal im telephonbuch. ein telekommunikationsanbieter ist telephonisch nicht
erreichbar?
meine nachfrage wurde so beantwortet: "so können sich unsere
mitarbeiter den kunden im t. besser widmen."
es gibt ja die telekomheißlinie,
die man bundesweit erreichen kann. dafür darf man dort jedem mitarbeiter
stets auf's neue seine anliegen wiederholen, aber auch mit netten damen aus
dräsdn sprächn.

daß es manchmal sinn machen würde, einen t. anrufen zu können, weiß, wer
schon einmal dort einen nachmittag verbrachte, nur um zu erfahren, daß der
gewünschte artikel nicht vorrätig war oder die benötigte auskunft nicht erteilt
werden konnte.

auf jeden fall ist man dann bereits in der stadt und kann eben etwas anderes
besorgen. alles ist ja für irgendwas gut. und 5,- euro gibt's obendrein.

schnell mal zum kaufhof?

 

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